wie man einen Marken-Styleguide erstellt

Wie Sie einen Styleguide für Ihre Marke erstellen

Je mehr Ihr kleines Unternehmen wächst, umso häufiger werden Sie von neuen Menschen zum ersten Mal entdeckt. Von der Visitenkarte bis zur Website: Alle Erlebnisse mit Ihrem Unternehmen müssen konsistent sein.

Ihre Marke ist mehr als ein Logo und ein Farbschema.

Sie steht dafür, was Menschen von Ihrem Unternehmen erwarten und welche Worte sie verwenden, wenn sie Sie weiterempfehlen.

Aber was ist ein Marken-Styleguide eigentlich?

Ihr Marken-Styleguide sorgt dafür, dass Ihre gedruckten mit Ihren digitalen Marketingmaterialien im Einklang stehen und Ihr Unternehmen akkurat und professionell repräsentieren. Das macht auch wirtschaftlich Sinn. Laut dem Brand Consistency Benchmark Report (Benchmarkbericht zur Markenkonsistenz) "beträgt die durchschnittliche Umsatzsteigerung, die sich aus einer konsistenten Marken-Präsentation ergibt, 23%".

Detaillierte Marken-Richtlinien helfen außerdem dabei, neuen Angestellten zu zeigen, wie sie über das Unternehmen und dessen Produkte und Dienstleistungen reden sollen.

Was Sie in diesem Artikel lernen werden:

  • was in einen Marken-Styleguide gehört
  • wie Sie ein konsistentes Erscheinungsbild für Ihr Unternehmen entwerfen
  • warum ein konsistentes Auftreten sowohl online als auch offline so wichtig ist

1. Beginnen Sie mit dem "Warum"

Ihr Markenleitbild oder Ihre Markenvision ist eine handlungsorientierte Erklärung dessen, was Ihr Unternehmen anbietet bzw. was es tut.

Doch darüber hinaus vermittelt Ihr Markenleitbild auch den Zweck Ihrer Arbeit und den Effekt, den diese auf Ihre Umwelt haben soll. Es legt dar, was Sie für andere tun und welchem Ansatz Sie folgen, um die Ziele zu erreichen, die Sie sich und Ihrem Unternehmen gesetzt haben.

Es ist sinnvoll, Ihr Markenleitbild in Ihrem Marken-Styleguide aufzuführen, weil es:

  • etabliert, welche Kundschaft Sie erreichen wollen,
  • definiert, wie Sie Ihre Marke präsentieren,
  • beschreibt, was Sie und Ihr Unternehmen ausmacht.

In den folgenden Schritten nutzen wir eine fiktive Firma für Abenteuertouren namens NOMAD, um zu demonstrieren wie ein Marken-Styleguide aussieht.

Das Markenleitbild von NOMAD könnte zum Beispiel so klingen:

Abenteuertouren, die lokalen Gemeinden zugute kommen

2. Bestimmen Sie die Alleinstellungsmerkmale Ihres Unternehmens

Beim Formulieren Ihres Markenleitbilds haben Sie vielleicht Ihr Alleinstellungsmerkmal bereits definiert. Es soll vermitteln, wie sich Ihr Unternehmen von der Konkurrenz unterscheidet.

So könnte NOMADs Alleinstellungsmerkmal aussehen:

NOMAD: Wir schaffen Chancen für lokale Gemeinden durch Abenteuertouren mit geringer Umweltbelastung

Das ist ein weiteres Teil des Markenpuzzles, das in Ihren Marken-Styleguide gehört. Ihr Alleinstellungsmerkmal wendet sich direkt an Ihre Zielgruppe und benutzt ihre Sprache, um ihre Probleme, Ansichten und Anliegen anzusprechen. Wenn Ihr Alleinstellungsmerkmal konsistent in Ihren gedruckten und digitalen Materialien enthalten ist, stärken Sie Ihre Glaubwürdigkeit und verankern Ihre Marke im Bewusstsein Ihrer Zielgruppe. Beim Branding geht es um Wiedererkennung. Wenn Sie Menschen davon überzeugen wollen, Ihr Unternehmen anstelle Ihrer Konkurrenten zu nutzen, spielt Ihr Alleinstellungsmerkmal eine große Rolle.

Auch wenn Ihre Markenmission, Ihre Werte und Ihr Alleinstellungsmerkmal nicht unbedingt konkret greifbare Marketingressourcen sind, liegen sie doch im Herzen aller Interaktionen mit Ihrem Unternehmen. Sie bestimmen den Ton, die Ästhetik, den Kanal und die Plattform. Somit sind sie für einen umfassenden Marken-Styleguide unerlässlich.

3. Definieren Sie den Einsatz Ihres Logos

Ihr Logo repräsentiert Ihr Unternehmen visuell und erleichtert die Wiedererkennung Ihrer Marke. Es ist eine gute Idee, Ihr Logo sowie eine Erklärung, wofür es steht, beizufügen. Ein Marken-Styleguide soll eine informative und konkret umsetzbare Ressource für interne und externe Partner sein. Darum sind Erklärungen hier hilfreich. Wenn es um Ihre Marke geht, dürfen Sie keinen Raum für Interpretationen lassen; hier sollten sich Menschen keine kreativen Freiheiten herausnehmen können.

Abgesehen von der Bedeutung Ihres Logos sollte Ihr Marken-Styleguide auch zulässige und unzulässige Anwendungsfälle für Ihr Logo enthalten. Wenn Sie zum Beispiel spezifische Abmessungsverhältnisse und Spezifikationen für Farbumkehr und Schwarz-Weiß-Logos definieren, hilft das, Ihre Marketingmaterialien konsistent zu halten. Sie können in Ihrem Styleguide so viele Versionen Ihres Logos definieren, wie Sie wollen. Das ist Ihr Sammeldokument, hier dürfen Sie so streng oder großzügig sein wie Sie möchten.

Kurz gesagt: Die Logo-Seite soll verständlich machen, wie das Logo angemessen einzusetzen ist. Es handelt sich hier um ein schlichtes Layout mit jeder Menge Inhalt.

Wenn die Parameter für Ihr Logo in Ihrem Styleguide klar abgesteckt sind, wird Ihre Marke überall korrekt erscheinen, egal ob das Logo auf einer Broschüre, auf Bekleidung oder auf einem Profil in sozialen Medien erscheint.

4. Legen Sie Ihre Farbpalette fest

Zusätzlich zu Ihrem Logo sollten Sie bis zu drei Farben aus der Farbpalette auswählen. Ihr Styleguide sollte diese Farben einschließlich Farbnamen (wenn verfügbar), Farbton-Feld und Hexadezimalcode (die HTML-Version des Farbnamens) enthalten.

Für ein seriöses und erkennbares Markenimage ist ein einheitliches Farbschema auf allen Marketingmaterialien, Beschilderungen, Webseiten und sozialen Medien genauso unerlässlich wie Ihr Logo. Wenn Ihre zugelassenen Farben und relevanten Informationen in Ihrem Styleguide stehen, können weniger Fehler passieren.

Die Farbpalette von NOMAD repräsentiert die Natur. Himmelblau, dunkles Himmelblau und Lindgrün beschwören Bilder von Abenteuern an exotischen Orten herauf.

Aber das ist noch nicht alles.

Blau wird oft mit Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit assoziiert, während Grün gewöhnlich Naturgefühl und Umweltbewusstsein vermittelt.

Nehmen Sie sich Zeit, populäre Farb-Assoziationen zu recherchieren und die perfekte Farbkombination für sich zu finden. Fügen Sie Ihre Farbpalette in Ihren Styleguide ein, wenn Sie sie eingegrenzt haben. Wenn Sie Ihre spezifischen Farben alle an einem Ort sammeln, sorgen Sie nicht nur für ein geschlossenes Markenbild online und offline, sondern sparen auf lange Sicht auch Zeit.

5. Wählen Sie Ihr Schriftbild

Mit Schriftarten verhält es sich ähnlich wie mit Ihren Markenfarben: Sie sollten überall die gleichen Schriftarten benutzen, um Glaubwürdigkeit und ein einheitliches Markenbild zu vermitteln. Bei der Gestaltung Ihrer Visitenkarte oder Website haben Sie ein oder zwei Schriftarten passend zu Ihrer Marke ausgewählt; diese dienen nun als Ihre zugelassenen Schriftarten.

Es macht nichts, wenn Sie sich nicht an die Namen der Schriftarten erinnern können. Kehren Sie einfach zu Ihrem Sitebuilder oder Designprojekt zurück. Dort finden Sie die Namen Ihrer primären und sekundären Schriftart. Google bietet eine praktische Erweiterung namens WhatFont an, mit der Sie Schriftarten identifizieren können.

Fügen Sie die Namen sowie die bevorzugten Größen Ihrer Schriftarten zu Ihrem Styleguide hinzu. Fallbeispiele sind unentbehrlich, denn sie minimieren den Interpretationsspielraum und helfen so, Verwirrung zu vermeiden.

Das NOMAD-Beispiel zeigt, wie die Schriftnamen, Stile und Fallbeispiele (Überschrift und Fließtext) alle aufgeführt und leicht nachschlagbar sind. So können Sie ganz einfach aber effektiv Ihre bevorzugte Typografie auf verständliche Art demonstrieren.

6. Wählen Sie geeignete Bilder

Mit einem Set zugelassener Bilder (am besten Originalbilder) und Themen, die zu Ihrer Marke passen, lässt sich ausgezeichnet vermitteln, was Ihr Unternehmen tut. Auch die Beschreibung angemessener Nischenbereiche hilft bei der künftigen Bildauswahl, um Markenkonsistenz zu gewährleisten.

Ihre Inspirationsseiten helfen dabei, die visuelle Identität Ihrer Marke auf einen Blick darzustellen. Diese Details sind nützlich, wenn Sie eine Autorin oder einen Designer über Ihren Markenstil informieren oder neue Angestellte einarbeiten.

Ihre Markenwörter definieren die Adjektive, die in Verbindung mit Ihrem Unternehmen benutzt werden sollen.

Im NOMAD-Beispiel ist ersichtlich, welche Ästhetik kultiviert werden soll und welche Arten von Bildern sich für diese Marke eignen. Darum geht es in Ihrer Bildauswahl. Sie brauchen nicht hunderte Bilder, sondern nur ein paar, die den besonderen Fokus und die Werte Ihrer Marke einfangen und vermitteln, wer Sie sind und was Sie tun.

7. Definieren Sie Ihre Stimme

Stimme ist die Persönlichkeit einer Marke, die gewöhnlich in Adjektiven zum Ausdruck kommt.

Ton ist der emotionale Aspekt Ihrer Stimme. Hier geht es darum, wie eine Marke abhängig von Publikum, Umständen und Thema unterschiedlich "spricht".

Ihre Marke hat immer die gleiche Stimme, aber ihr Ton hängt von der Art der Konversation ab.

Die Stimme vereinheitlicht Ihr Schreiben, der Ton macht es einfühlsamer.

NOMAD beschreibt sich selbst folgendermaßen:

  • Sportlich
  • Abenteuerlich
  • Modern

Die Kundschaft von NOMAD ist abenteuerlustig, und die Stimme sollte das zum Ausdruck bringen, indem sie Energie und Enthusiasmus ausstrahlt. Menschen, die die Website lesen, sollen genauso viel Energie spüren als würden sie gerade zu einer geführten Bergwanderung aufbrechen.

Auch wenn die Stimme Ihres Unternehmens – ähnlich wie Ihr Logo – kein konkret greifbares Sachmittel ist, ist sie doch integraler Bestandteil Ihrer Markenidentität. Diese Stimme sollte überall, wo man mit Ihrem Unternehmen interagiert, gleich klingen: von Ihren Flyern bis zu Ihrer Facebook-Seite.

Erklären Sie Ihre Stimme so genau wie möglich: Egal wer für Ihr Unternehmen schreibt und wo es veröffentlicht wird, Ihre Stimme soll immer konsistent klingen.

8. Definieren Sie Ihren Schreibstil

ALLES IN GROSSBUCHSTABEN oder normale Großschreibung?

Ihr Schreibstil beeinflusst den Ton Ihrer Botschaft. Sprache ist höchst flexibel und die gleichen Worte können auf viele unterschiedliche Arten in einer Botschaft formuliert werden.

Nehmen Sie zum Beispiel die folgende Botschaft:

  • Kontaktieren Sie uns für einen Kostenvoranschlag
  • KONTAKTIEREN SIE UNS FÜR EINEN KOSTENVORANSCHLAG

Das fühlt sich unterschiedlich an, oder?

Die Version in Großbuchstaben erscheint viel strenger. Fast als würde jemand es herausschreien. Das erste Beispiel nutzt normale Großschreibung ohne Schlusspunkt. So erscheint die Botschaft gesprächig und weniger wie ein Befehl.

Es gibt allerdings auch Fälle, in denen Großbuchstaben durchaus angemessen sind.

NOMAD zum Beispiel nutzt Großbuchstaben im Unternehmensnamen. Das macht Sinn, weil es sich um ein dynamisches Outdoor-Reiseunternehmen handelt und die Schreibweise die Energie der Marke verkörpert. Das große M erinnert an Berggipfel, die auf vielen Bildern im Marken-Styleguide erscheinen.

Wenn Sie Ihren Schreibstil genau definieren, hilft das, alle Ihre geschriebenen Botschaften konsistent zu halten.

9. Nutzen Sie Online-Werkzeuge

Google Slides ist eine perfekte Plattform für Ihren dynamischen Marken-Styleguide, den Sie dort regelmäßig aktualisieren und per E-Mail teilen können. Das vertraute Interface erleichtert es, hervorragende Ergebnisse zu erzielen. Und es ist kostenlos.

Frontify beschreibt sich selbst als "Branding-Software, die den Designvorgang vereinfacht". Frontify bietet eine kostenlose Version für eine Marke und bis zu drei Nutzer an, in der Sie 1 GB Speicherplatz für Ihr Web-basiertes Markenhandbuch erhalten.

Brandbuilder.ai verspricht, Ihnen dabei zu helfen, "Ihre eigene, einzigartige Marke zu schaffen und sie in einer Vielzahl von Geschäftsmaterialien einzusetzen". Sie können kostenlos anfangen, und das "brand inspiration tool" (Marken-Inspirations-Werkzeug) gibt Ihnen Einsicht in echte Beispiele branchenspezifischer Marken-Styleguides.

Openbrand verspricht eine "dynamische Alternative zu statischen PDF-Handbüchern, die sowieso niemand liest: Eine einzigartige Zusammenstellung von Funktionen für die Arbeit mit Logos, Farbpaletten, Typografie, Bildern und vielem mehr." Der Basic Plan ist kostenlos und bietet 1 GB Speicherplatz für Ihren Marken-Styleguide.

Wir würden gerne von Ihnen hören, wie sich Ihr Marken-Styleguide entwickelt hat. Teilen Sie Ihre Bilder mit dem Hashtag #vistaprint.

Ähnliche Artikel

Event-Branding

Für Events wie einem Landwirtschaftsmarkt oder einer Handels- oder Handwerksmesse sollten Sie sich eine gute Strategie überlegen, wie Sie Ihr Unternehmen am besten vermarkten können. Hier zeigen wir Ihnen die Grundlagen des Event Branding.
Mehr erfahren

Weshalb Sie Kleidung mit Ihrem Firmenlogo tragen sollten

Entdecken Sie, wie Hemden und Jacken mit Ihrem Logo für mehr Aufmerksamkeit sorgen.
Mehr erfahren

Jetzt bestellen