Farbpsychologie für Unternehmen: 11 Farben und was sie für Ihre Marke bedeuten

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Psychology of Colors in Business

Die Farben, die Sie für Ihr Unternehmen wählen, sind Teil Ihrer Firmenkommunikation und beeinflussen Aufmerksamkeit, Gefühle und Vertrauen Ihrer Kundinnen und Kunden für Ihre Marke. Dieser Leitfaden zur Farbpsychologie für Unternehmen erklärt Ihnen genau, was jede Farbe bedeutet und wie Sie Farben für Ihr Logo, Versandverpackungen und Werbetechnik anwenden können, um mit der bestmöglichen Farbpalette für Ihre Marke auf dem Markt zu bestehen. 

Wir haben uns mit Dr. Sally Augustin unterhalten, einer Umwelt- und Designpsychologin, um mehr über die Psychologie der Farben zu erfahren. Lesen Sie hier weiter für ihre Expertentipps zur Auswahl der richtigen Farben für Ihre Marke und dazu, wie Sie Farbpsychologie auf Branding für Kleinunternehmen anwenden können. Farben sagen viel über Ihr Unternehmen aus. Wenn Sie also Ihr Logo und Ihre Markenidentität entwerfen, sollten Sie darauf achten, dass Sie die richtige Botschaft aussenden.

1. Bedeutung der Farbpsychologie für Unternehmen

Farben können Ihnen dabei helfen, einen starken ersten Eindruck zu hinterlassen, hohe Qualität auszustrahlen und Ihre Kundschaft zum Handeln zu bewegen. Ihre Wahl beeinflusst Ihre Markenbekanntheit, die Effizienz Ihres Marketings und Ihre Konversionsraten über alle Marketing-Touchpoints hinweg. Farben beeinflussen, was das Auge zuerst wahrnimmt, wie lange die Leute bei Ihren Inhalten verweilen und wie sie Ihre Marke einschätzen. Verschiedene Farben vermitteln Vertrauen, Aufregung, Ruhe oder Wertigkeit. Deshalb ist es wichtig, die Psychologie der Farben für Kleinunternehmen zu verstehen und effektiv einzusetzen. 

Ihre Farbpalette muss überall dort funktionieren können, wo Kundinnen und Kunden mit Ihrer Marke interagieren, von Ihrem Logo und Branding über Visitenkarten, Schreibwaren, Verpackungen, Etiketten, Werbetechnik im und am Laden, Uniformen für Ihr Personal bis hin zu Website, E-Mail-Layouts, Werbeanzeigen und Postings in den sozialen Medien. Effektives Markendesign bedeutet identische Farben auf allen Materialien.

2. Was Farben vermitteln (und wie Sie dies nutzen können)

Im Folgenden erfahren Sie, was uns Dr. Sally Augustin zur Farbpsychologie mitteilen kann, wie gewisse Farben unsere Art, zu denken und zu handeln, beeinflussen und wie man sich dies beim Branding für Kleinunternehmen zunutze machen kann.

Infografik zur Farbpsychologie im Geschäftsleben

Blau

Blau wird im Allgemeinen mit Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit assoziiert, weshalb blaue Farbschemata eine gute Wahl für den Finanz- und Gesundheitssektor sowie für jedweden Dienstleister darstellen, dem die Kundschaft besonderes Vertrauen entgegenbringen soll. Den Daten von VistaPrint zufolge ist Blau die beliebteste Farbe, die unsere Kundinnen und Kunden für Marketingmaterialien wählen. 

„Wenn man die Menschen weltweit nach ihrer Lieblingsfarbe fragt, geben sie mit größerer Wahrscheinlichkeit Blau an als jede andere Farbe. Die Forschung ist sich nicht sicher, warum Blau so beliebt ist, aber es hat möglicherweise etwas mit der Tatsache zu tun, dass während unseren Anfängen als Spezies die Dinge, die wir schätzten, blau waren – zum Beispiel sind der Himmel bei schönem Wetter und Wasser, das man aus der Ferne sieht, beide blau“, erklärt Dr. Augustin.

Blau ist eine beliebte Farbe für Marken-Branding

Schwarz

„Schwarz ist eine oft genutzte und beliebte Farbe. Da viele Menschen Schwarz mit Stärke, Kultiviertheit, Tradition und Förmlichkeit assoziieren, ist das auch nicht verwunderlich“, ergänzt Dr. Augustin. Deshalb kann Schwarz eine gute Wahl für jedes Einzelhandels- oder Modegeschäft sein, das Eleganz, Hochwertigkeit und Luxus vermitteln möchte.

Schwarze Visitenkarten mit goldener Folienprägung als Beispiel für die Wirkung von Farbpsychologie im Marketing

Weiß

Weiß ist laut der Psychologie der Farben eine der vielseitigsten Farben, die es gibt – sie kann in fast jeder Branche eingesetzt werden, weil sie so neutral ist. Für sich genommen steht Weiß für Modernität, Schlichtheit und Sauberkeit. Es ist eine großartige Markenfarbe für Kleinunternehmen in der Technologie- oder Gesundheitsbranche oder für gehobene Modemarken. 

Weiße Visitenkarten als Beispiel für die Wirkung von Farbpsychologie im Branding

Grün

Grün wird mit Natur und der Verantwortung für die Umwelt assoziiert, was diese Farbe für Unternehmen interessant macht, die sich Nachhaltigkeit oder Gesundheit auf die Fahnen geschrieben haben. Außerdem wird Grün mit Frühling und Wiedergeburt in Verbindung gebracht. Deshalb ist es eine gute Option für Kleinunternehmen, die Menschen bei einem Neubeginn helfen – so unter anderem Ernährungsberater, Personal Trainerinnen oder Nachhilfe-Lehrkräfte.

„Grün zu sehen – und sei es auch nur kurz – fördert das kreative Denken. Daher kann es eine gute Idee sein, diese Farbe für Marketingmaterialien zu verwenden, wenn ein wenig Kreativität gefragt ist, um zu verstehen, was Ihr Unternehmen ausmacht“, rät Dr. Augustin. 

Ein Spa setzt auf grüne Produktverpackungen für Farbpsychologie

Rot

Rot drückt Liebe, Gefahr und Spannung aus. Es wird auch mit Feiertagen und Festlichkeiten in Verbindung gebracht. „Die Forschung hat gezeigt, dass der Anblick von Rot unser analytisches Denken beeinträchtigen kann, uns aber auf einer großen Fläche wie einer Wand auch einen Energieschub verleiht“, erklärt Dr. Augustin. „Es ist die perfekte Motivationsfarbe zum Beispiel beim Gewichtheben“, also die ideale Wahl für Fitnessstudios und Sportzentren. Und weil die Farbe Rot auch appetitanregend wirken kann, bietet sie sich für Restaurants und Lebensmittelmarken an. 

Branding für ein Restaurant als Beispiel für Kleinunternehmen-Farbpsychologie für Marketing

Rosa

Rosa steht für Romantik und Weiblichkeit und ist daher ideal für Kleinunternehmen, die in erster Linie Frauen ansprechen. Rosa hat eine jugendliche Energie, die sich auch gut für Fast-Food-Restaurants, Hautpflege und Kosmetikmarken sowie Dankeskarten und Dienstuniformen eignet. Und da Rosa so viele schöne Schattierungen und Farbtöne aufweist, ist es unglaublich vielseitig. Beispielsweise sorgt ein weiches Puderrosa für Wärme, während ein knalliges Pink Selbstbewusstsein und Wagemut kommuniziert.

Rosafarbenes Branding als Beispiel für Kleinunternehmen-Farbpsychologie für Marketing

Violett

Lila verbindet die Spannung von Rot mit der Ruhe von Blau, was Ihrer Marke zu einem luxuriösen, innovativen oder femininen Erscheinungsbild verhelfen kann. Lila wird von Marken, die sich an Frauen richten, nicht so häufig verwendet wie Rosa, aber hellere Farbtöne können durchaus feminin wirken und für Ihr Kleinunternehmen genau die richtige Wahl sein, wenn Sie sich auf Kosmetik, Hautpflege, Schmuck oder den Luxuseinzelhandel spezialisiert haben.

Lilafarbene Versandschachtel im Sinne der Farbpsychologie im Marketing

Orange

Orange ist eine energiegeladene Farbe, die die Spannung von Rot mit der Freundlichkeit von Gelb kombiniert. Verwenden Sie Orange im Branding für Ihr Kleinunternehmen, wenn Sie energetisch wirken möchten. Diese kühne Farbe ist durchaus eine gelungene Wahl für Fitnessstudios, Reiseagenturen oder vielleicht sogar Spielzeugfirmen. 

Visitenkarten in Orange und Lila

Grau

Grau steht für Ausgewogenheit und Neutralität mit einer seriösen, geschäftlichen Wirkung. Diese Farbe passt ideal zu Anwaltskanzleien, Finanzdienstleistern, Buchhaltungsagenturen und Baufirmen. Anthrazit ist genau das Richtige, wenn Sie Autorität ausstrahlen möchten, während ein helleres Grau besonders auf schwarzen Untergründen gut zur Geltung kommt. 

Grau ist eine neutrale Markenfarbe

Braun

„Braun wird mit Robustheit in Verbindung gebracht“, sagt Dr. Augustin. Viele Versorgungsunternehmen verwenden Braun, zum Beispiel Baufirmen oder Paketzustelldienste, aber auch eher „erdige“ Marken, wie Kaffeeröstereien. Diese Farbe kann Ihre Marke maskuliner wirken lassen, also die ideale Wahl, wenn Sie eine männliche Zielgruppe ansprechen möchten.

Braune Kaffeeverpackung als Beispiel von an Männer gerichteter Farbpsychologie

Gelb

Gelb kann als kraftvolle Akzentfarbe eingesetzt werden, um das Marketing oder die Werbetechnik einer Brand besonders herausstechen zu lassen. Als Primärfarbe kommuniziert Gelb Freude, Zugänglichkeit, Energie und Erschwinglichkeit, was sich für Fitnessstudios, lässige Restaurants und kostengünstige Produktlinien nutzen lässt.

Gelbe Werbetechnik als Beispiel für Farbpsychologie in Unternehmen

3. Bedeutung des kulturellen Kontexts

Farbbedeutungen ändern sich je nach Kultur, Industrie und Zielgruppe, weshalb es wichtig ist, die Psychologie der Farben im Marketing genau zu verstehen, um Missgeschicke zu vermeiden und lokale kulturelle Gepflogenheiten zu respektieren. Beispielsweise wird Weiß in Nordamerika und Europa als typische Hochzeitsfarbe genutzt, in Teilen von Ostasien jedoch, darunter China und Japan, steht es in Verbindung mit Trauer und Beerdigungen. Und während Rot sowohl Gefahr als auch Romantik bedeuten kann und für viele Rabattaktionen im Westen eingesetzt wird, steht es in China für Glück und Wohlstand. 

Bestimmte Industrien haben außerdem „standardmäßige“ Farben, die bereits gewisse Erwartungen bei der Kundschaft wecken. Gesundheitswesen, Finanzsektor und Technologiefirmen werden oft mit Blau und kühleren neutralen Farbtönen assoziiert, da diese Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz ausstrahlen. Zeitgleich tendieren Bio-, Outdoor- und Wellness-Marken zu Grün, Braun und Salbei, um eine gewisse Natürlichkeit und Ruhe zu evozieren. 

Verschiedene Altersgruppen benötigen außerdem unterschiedliche Niveaus an Barrierefreiheit und Inklusion: Ältere Zielgruppen profitieren von kontrastreicheren und größeren Schriftarten, während Menschen mit Farbsehschwächen meistens Probleme bei der Unterscheidung von Rot und Grün haben.

Eine rote Marken-Farbpalette auf Marketingmaterialien

4. So wählen Sie Ihre Farben: Kurzanleitung

Dank diesem praktischen und kurzen Leitfaden können Sie die ersten Ideen für Ihre Farbpalette in die Tat umsetzen und so fertige Druckerzeugnisse im Sinne der Farbpsychologie erstellen.

Schritt 1: Markenpersönlichkeit definieren

Beginnen Sie mit drei Gefühlen, die Sie in Ihren Kundinnen und Kunden hervorrufen wollen, wenn diese Ihre Markenidentität sehen oder an sie denken, bspw. Ruhe, Vertrauen, Modernität. Verbinden Sie diese Gefühle mit den Farbwirkungen (so zum Beispiel Blau für Vertrauen, Grün für Erneuerung und Schwarz für eleganten Luxus). Testen Sie diese Farbauswahl an Ihrer Zielgruppe und anhand Ihrer Preisklasse, damit die Farbpalette den Erwartungen der Kundschaft an Ihr Unternehmen entspricht.

Schritt 2: Farbreferenzen sammeln

Gestalten Sie ein Moodboard mit Beispielen aus dem echten Leben, wie Produktverpackungen, Farbpaletten von Konkurrenzunternehmen und Kaufumgebungen, wo Ihre Kundschaft Sie finden soll – ob Bauernmarkt oder ärztliches Wartezimmer. Nutzen Sie dafür 10–15 Bilder und 3–5 Farbproben, die sich „markentreu“ anfühlen.

Eine Farbpalette mit Blau, Weiß und Schwarz für Werbeartikel

Schritt 3: Farbkreis nutzen zum Verständnis, welche Farben zusammenpassen

Halten Sie Ihre Farbpalette einfach. Sobald Sie die einzelnen Elemente der Farbpsychologie (warm/kalt) und die Rollen von Farbtönen (Farbfamilien), Farbwert (hell/dunkel), Komplementärkontrasten, analogen Farben (ruhig), Triaden (ausgewogene Energie) und Sättigung (Intensität) verstanden haben, können Sie miteinander harmonierende Farben auswählen, die zu Ihrer Marke passen.

Der Farbkreis für Farbpsychologie für Unternehmen

Gelungene Farbpaletten sind niemals beliebig. Sie bauen auf simplen Harmonieregeln auf, die Kontrast für die Sichtbarkeit mit funktionierenden Farbtönen ausbalancieren. Verwenden Sie diesen Prozess der Farbauswahl, um zu entscheiden, wann es knallig sein darf, wann Sie lieber ruhige Farbtöne verwenden möchten und wie Text und CTAs auf Bildschirmen und Druckprodukten lesbar bleiben:

  • Komplementärfarben wie Blau und Orange liegen sich auf dem Farbkreis gegenüber. Zusammen erzeugen sie einen hohen Kontrast, der die Aufmerksamkeit auf sich zieht.
  • Geteilte Komplementärpaletten verwenden eine Grundfarbe und die beiden Farben neben ihrem Gegenstück im Farbkreis, z. B. Blaugrün mit Koralle und Senfgelb.
  • Analoge Paletten verwenden die Nachbarn auf dem Farbkreis, wie Salbei, Petrol und Dunkelblau, um ein beruhigendes Zusammenspiel zu kreieren. 
  • Monochrome Paletten arbeiten mit Farbtönen und Farbschattierungen ein und derselben Farbe für eine professionelle Optik.
  • Triadische Paletten verwenden drei gleichweit voneinander entfernte Farbtöne auf dem Farbkreis, so bspw. die Primärfarben Blau, Rot und Gelb oder Petrol, Magenta und Bernstein, um eine ausgewogene, geordnete Energie auszustrahlen. 

Schritt 4: Grundfarbe, neutrale Farbe und Akzentfarbe

Jede Farbe Ihrer Palette hat hierbei eine eigene Aufgabe, um die Hierarchie zwischen Grundfarbe, neutralem Farbton und Akzentfarbe zu schaffen:

  • Grundfarbe: die Hauptfarbe für ~60 % der Fläche, zum Beispiel auf Postkarten oder Website-Headern.
  • Neutrale Farbe: die Hintergrundfarbe, die den Rest Ihres Brandings unterstützt. Hier wird oft auf Weiß, Eierschalenweiß, Schwarz oder Anthrazit zurückgegriffen.
  • Akzentfarbe (1 oder 2): Aktions- oder Highlight-Farbe(n) auf Schaltflächen, Preisschildern, Namensschildern etc. 

Wenn Sie Ihre Grundfarbe auswählen, ist besonders wichtig, dass Sie die grundlegenden Lesbarkeitsregeln kennen und sie beachten, so etwa, dass der Kontrast von Text auf farblichem Untergrund größer sein muss als 4,5:1 (oder 3:1 bei großem Text), was bedeutet, dass die hellere Farbe 4,5-mal (bzw. 3-mal) heller sein muss als der dunklere Farbton. 

Ein Aufkleber im Markenlook mit schlichter Schrift und knalligen Farben

Schritt 5: Farben am Bildschirm und fertigen Produkt testen

Farben ändern sich je nach dem Medium, auf das sie gedruckt werden. Beim Druck kommen CMYK-Farben, verschiedene Papiersorten und Oberflächenveredelungen zum Einsatz, während Bildschirme mit RGB- oder HEX-Farbmodus und Hinterleuchtung arbeiten. Hier finden Sie ein paar Tipps dazu, wie Sie Ihre Farbpalette auf verschiedenen Druckerzeugnissen testen können:

  • Bestellen Sie eine geringe Anzahl an Visitenkarten, Etiketten und Flyern mit Ihrer Wunschpalette.
  • Vergleichen Sie Papiersorten und Veredelungen, bspw. unbeschichtet oder beschichtet, matt oder hochglänzend, Standard- oder Premium-Papier.
  • Überprüfen Sie die Beleuchtung unter verschiedenen Umständen, bei Tageslicht, in warmem Licht im Laden und beim Abendrot, um zu sehen, wie Ihre Farben jeweils aussehen.
  • Bedenken Sie, wie ein Druck auf Stoff, Kraftpapier, durchsichtigen Etiketten und Metall das Aussehen Ihrer Farben beeinträchtigen kann.
  • Denken Sie auch daran, wie robust Ihr Druckmaterial sein soll. Die Wahl eines etwas dunkleren Farbtons mit geringerer Farbsättigung (oder strukturierten Papiers) sorgt für eine höhere Strapazierfähigkeit – ideal beispielsweise für Speisekarten in Restaurants.

Weitere Details finden Sie in unserem ausführlichen Leitfaden zur Auswahl Ihrer eigenen Markenfarben.

Eine Marke nutzt die Farbpsychologie für Unternehmen

5. Typische & vermeidbare Fehler

Selbst gelungene Farbpaletten können scheitern, wenn Sie die Prüfung Ihres Drucks überspringen, Ihre Farben zu kompliziert gestalten oder Kontrastregeln ignorieren. Orientieren Sie sich an dieser kurzen Checkliste, um die geläufigsten Farbprobleme auszuschließen, bevor sie die Lesbarkeit, Markentreue oder potenzielle Konversionsraten negativ beeinflussen.

Farben nur am Bildschirm prüfen

Farben sehen auf Papier und Stoff anders aus als auf Bildschirmen. Bildschirme verwenden RGB-/HEX-Farbmodi, während Drucker mit CMYK funktionieren. Außerdem beeinflussen Papiersorten und Veredelungen (matt, hochglänzend, unbeschichtet) sowie Stoffe die genauen Farbtöne, -werte und -sättigungen. Fordern Sie immer einen Probedruck oder eine kleine Menge Visitenkarten, Etiketten etc. zur Prüfung an, um Papiersorten und Oberflächenveredelungen zu vergleichen sowie Ihre Farben in unterschiedlichem Licht zu überprüfen.

Zu viele Farben und eine schwache Hierarchie

Eine überladene Palette lässt Ihre Botschaft in den Hintergrund treten und verschleiert Ihre Markenidentität. Halten Sie sich an das simple System mit einer Grundfarbe, einem neutralen Farbton und ein bis zwei Akzentfarben, und vergeben Sie an diese Farben spezielle Aufgaben, bspw. die Grundfarbe als Header und Hintergrund, Akzente für CTAs und kleine Highlights sowie den neutralen Farbton als Textfarbe.

Niedriger Kontrast bei kleiner Schrifttype

Kleine Schriftarten und Hell-auf-Hell-Farbkombis beeinträchtigen die Lesbarkeit, besonders auf Etiketten, Speisekarten und Visitenkarten. Setzen Sie stattdessen auf Folgendes:

  • Hoher Kontrast zwischen Text und Untergrund: 4,5:1 (3:1 für großen Text/Fettdruck)
  • Hellerer Text oder dunklerer Hintergrund (nicht beides!)
  • Erhöhte Schriftstärke/-größe; Fließtext in einem neutralen Farbton; oder Einfügen eines einfarbigen Blocks hinter wichtigen Details wie Preisen, URLs und QR-Codes
  • CTA-Text mit Kontrast zum Untergrund (4,5:1) und deutlicher Unterschied vom Fokus- und Hover-Zustand

6. Hauchen Sie Ihren Farben Leben ein

Hiermit haben Sie einen praktischen digitalen Werkzeugkoffer zur Hand, dank dem die Farbpsychologie für Unternehmen endlich leicht umsetzbar wird. Sie haben Ihre Markenziele bereits beschrieben, eine Farbpalette ausgewählt, Farbharmonieregeln gelernt, die jeweilige lokale Kultur miteinbezogen, Barrierefreiheit beachtet und sind sich bewusst, wie unterschiedlich Farben auf Bildschirm und Druckerzeugnis wirken können? Dann sind Sie jetzt bereit, Ihre Farben auf Ihr Logo, Visitenkarten, Versandverpackungen, Werbetechnik, Werbeartikel und Ihre Website anzuwenden!

Fangen Sie klein an und prüfen Sie Ihre wichtigsten Produkte, führen Sie einfache A/B-Tests durch, holen Sie sich Feedback ein und halten Sie auch Ihr Brand-Kit auf dem neuesten Stand, damit alle neuen Assets einheitlich aussehen. Je mehr Sie Ihre einheitliche Farbpalette nutzen, desto schneller werden Kundinnen und Kunden Ihre Marke wiedererkennen und ihr Vertrauen schenken.